Pflegeleistungen ab 2027: Was der Entwurf verändern könnte

Shownotes

Die Folge führt in eine Themenreihe zu möglichen Veränderungen der häuslichen Pflege ab 2027 ein.

Im Fokus stehen:
- Selbstbestimmtes Leben zu Hause für pflegebedürftige Menschen
- Verantwortung und Belastungen pflegender Angehöriger neben dem Beruf
- Die Rolle ambulanter Pflegedienste in der Versorgung
- Fragen zur künftigen Finanzierung und Organisation von Pflegeleistungen

Florian Zillert bringt seine Perspektive aus der ambulanten Pflege sowie der Pflegeberatung und systemischen Beratung ein.

Hinweis: Die angesprochenen Vorhaben beziehen sich auf einen Gesetzentwurf. Ob und in welcher Form sie umgesetzt werden, ist offen.

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Transkript anzeigen

00:00:10: Hallo ihr Lieben, herzlich willkommen zu einer neuen Episode meines Podcasts.

00:00:16: Ganz weiblich gesund und systemisch bewusst.

00:00:20: Und zwar zur einer neuen Podcast Reihe mit dem Thema PNOG-Siebundzwanzig, wenn Pflegeleistungen neu verteilt werden, wer zahlt am Ende den Preis?

00:00:37: was pflegebedürftige, angehörige und ambulante Pflegedienste jetzt dringend wissen sollen.

00:00:46: Mein Name ist Florian Zillert.

00:00:48: Ich bin seit achtundzwanzig Jahren in der Pflegetätik Und leite seit über vierzehn Jahren einen eigenen ambulanten Pflegendienst.

00:00:58: Darüber hinaus beschäftige ich mich als Pflegeberater und systemischer Berater täglich mit den körperlichen psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Belastungen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen.

00:01:15: Heute möchte ich mit Ihnen über ein Thema sprechen, das uns alle betreffen kann – Das neue Pflegenauausrichtungsgesetz kurz PNOD und die daran vorgesehenen Veränderungen ab dem Jahr.

00:01:38: Dabei geht es nicht nur um gesetzliche Vorschriften, neue Leistungsbezeichnungen oder finanzielle Budgets.

00:01:47: Es geht als allererstes um Menschen – um ältere Menschen und vielleicht auch jüngere Menschen die durch Unfall in eine pflege Situation geraten sind, die möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben möchten!

00:02:05: um Angehörige, die neben ihrer Berufstätigkeit Verantwortung für pflegebedürftige Familienmitglieder übernehmen.

00:02:17: Und natürlich auch um ambulante Pflegedienstete, die tagtäglich dafür sorgen dass diese Versorgung überhaupt erst möglich wird.

00:02:29: Der vorliegende Referenzentwurf sieht tief greifende Veränderungen in der Finanzierung und Organisation der häuslichen Pflege vor.

00:02:43: Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir über einen Gesetzentwurf sprechen.

00:02:50: nicht jede vorgesehene Regelung muss in dieser Form tatsächlich gesetzt werden Vor allem weil gerade die Verbände der Pflegedienst sich auch ganz stark dafür einsetzen dass viele Gesetzesänderungen nicht greifen werden.

00:03:14: Dennoch halbe ich es für notwendig, bereits heute über die möglichen Folgen zu informieren Denn eine Pflegereform darf nicht nur auf dem Papier funktionieren.

00:03:28: Eine Pflege reform muss dort funktionieren wo Pflege tatsächlich stattfindet bei den Menschen zu Hause in ihrer Häuslichkeit.

00:03:41: Der bisherige Gesetzesentwurf über den Entlastungsbetrag nach § Pflegebedürftigen mit dem Pflegegrad I genutzt wurden.

00:04:17: Dem Entlastungsbetrag nach fünfervierzig BESGD-Elf.

00:04:23: Bisher stehen Pflege bedürftige ja jetzt noch in der häuslichen Pflege unabhängig vom Pflegegrad monatlich bis zu unterdreißig Euro zur Verfügung.

00:04:35: Dieser Betrag kann momentan noch unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise für auswirtschaftliche Versorgung, Betreuungsleistungen, Einkaufsdienste oder andere anerkannte Entlastungsangebote verwendet werden.

00:04:53: Und bringt natürlich auch im Pflegegrad eins wo es nur diesen Anspruch gibt schon massive Entlastung für ältere Menschen oder wie schon gesagt für jüngere Menschen, die durch den Umfall in eine schwierige Pflegesituation gelangt sind.

00:05:13: Viele ambulante Pflegedienste haben diese Leistungen fest in ihre Versorgungsstruktur integriert dafür Haushaltskräfte eingestellt und diese haben eine tiefe Beziehung und Vertrauensbasis neben der normalen ambulanten Kranken- und Körperpflege zu unseren Klien aufgebaut.

00:05:38: Das bedeutet, in der Praxis eine ältere Dame erhält einmal wöchentlich zum Beispiel Unterstützung beim Einkaufen oder bei der Reinigung ihrer Mutter.

00:05:51: Ein allein lebender Pflegebedürftiger bekommt Unterstützung bei der Alltagsgestaltung.

00:05:59: Eine pflegende Tochter kann sich darauf verlassen dass ihre Mutter während ihrer Arbeitszeit stundenweise betreut wird.

00:06:09: Es handelt sich dabei nicht um Luxusleistungen, das kann man sich auch vorstellen.

00:06:14: bei ein hundert und dreißig Euro im Monat ja ist es natürlich keine high end Leistung.

00:06:22: Es sind häufig genau diese kleinen regelmäßig stattfindenden Unterstützungen die ein Leben in der eigenen Wohnung überhaupt erst ergänzen und möglich machen.

00:06:38: Und genau hier setzt der geplante Systemwechsel an.

00:06:43: Das neue Sozialraum-Budget, also das soll jetzt so heißen, anstatt diesem Entlastungsbetrag gibt zwar mehr Geld aber weniger Möglichkeiten.

00:06:59: Der Referenzentwurf was es betrifft sieht vor den bisherigen Entlastung Betrag durch ein sogenanntes Mikrantzschirm.

00:07:09: sozial Raumbudget zu ersetzen.

00:07:13: Das soll folglich für Pflegebedürftige diesmal erst ab dem pflegegrad zwei zur Verfügung stehen und das heißt, dass jeder der pflegengrad eins bis jetzt hatte und diesen Entlastungsbetrag nutzen konnte, die es nicht mehr nutzen kann.

00:07:34: Für Menschen ab fünfundzwanzig Jahre sind es monatlich hundertfünfe siebzig Euro für pflegebedürftige unter fünf und zwanzig Jahre sogar bis zu dreihundert Euro.

00:07:48: Hört sich ja schon mal erst mal grad mal gut an!

00:07:52: Auf den ersten Blick könnte man eigentlich sagen, das ist doch eine wunderbare Verbesserung.

00:08:00: mehr Geld für Unterstützung im Alltag.

00:08:04: aber entscheidend ist dabei nicht allein die Höhe des Budgets.

00:08:10: Entscheidend ist wer die Leistungen bringen darf und ob entsprechende Anbieter überhaupt dann schon zur Verfügung sind.

00:08:21: Denn dieses Sozialraupidget, das muss man erwähnen soll künftig gezielt für andere Kante Angebote zu Unterstützung um Alltag eingesetzt werden.

00:08:33: Die bisherige Möglichkeit den Entlastungsbetrag also die Hundert einer Dreißig Euro Unmittelbar für bestimmte Leistungen eines zugelassenen Abolaten.

00:08:44: Pflegedienstes zu verwenden, soll in dieser Form entfallen und es war ja immer eine gute Kombi bis jetzt zum Beispiel zwischen nur diesen hundertdreißig Euro wo manche genutzt haben oder das komplette Paket wo man sagt nicht Nutzepflege Behandlungspflege und diese Hauswirtschaftsleistung.

00:09:08: Also professionelle Betreuungsdienste sollen ihre Leistung stattdessen über das Sachleistungsangebot abrechnen können, also über Pflegekraft.

00:09:19: So fahren sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen was ja eigentlich den ganzen Pflegedienst haben im Bereich der Grundpflege und in dem Bereich der Behandlungspflege von forty-fünfbeet zusätzliche Betreuungsleistungen.

00:09:41: Das bedeutet, die gewachsenen Versorgungsstrukturen müssen möglicherweise neu organisiert werden.

00:09:51: Pflegedienste müssen quasi prüfen welche Leistungen sie künftig über welche Zulassung anbieten und pflegebedürftige hingegen müssten möglicherweise neue Leistungseinbieter finden oder ihre bisherigen Leistungen anders finanzieren, zum Beispiel dann über dem Pflegegrad.

00:10:14: Meine entscheidende Frage lautet deshalb – was nützen höhere Leistungsbeträge wenn die Menschen ihre bisher vertrauten Versorgungseingebote damit nicht mehr bezahlen können?

00:10:32: Gerade im ländlichen Bei uns jetzt hier im Schwarzwald kann diese Frage eine erhebliche Bedeutung bekommen.

00:10:40: Denn dort gibt es nicht an jeder Straßenecke sogenannte neue Betreuungsangebote über Betreuungstinste, Pflegegrad I ergibt da ein besonderes problematisches Veränderungsverhältnis.

00:11:02: Besonders kritisch sehe ich die geplante Veränderung für Menschen mit Pflegegradeins wird schon vorher angesprochen.

00:11:09: Bisher können auch Sie den monatlichen Entlastungsbetrag, so heißt es jetzt noch nachher dieses Sozialraumbudget von hundert und eine dreißig Euro Beanspruch.

00:11:23: Jedoch in dem noch nicht verabschiedeten Referenzentwurf ist vorgesehen dass Pflegegrad eins gar kein Anspruch mehr auf das neue Sozialraum-Budget hat.

00:11:35: stattdessen sollen Pflegeleistungen gestaut werden.

00:11:40: Eine bessere Beratung ist grundsätzlich zu begrüßen.

00:11:45: Aber Beratungen ersetzt halt keine praktische Hilfe im Haushalt, das muss man ganz ehrlich sagen.

00:11:51: Beratungswisch nun mal keine Böden kauft ein ja also erledigt einen Einkauf und beratung unterstützt einen älteren menschen nicht automatisch beim duschen.

00:12:07: gerade Menschen mit dem pflegegrad eins haben häufig noch ein hohes Maß an Selbstständigkeit.

00:12:16: Aber sie benötigen halt punktuell kleinere Unterstützungen, damit das genau diese Selbstständigkeit möglichst lange erhalten wird.

00:12:27: Fällt die bisher finanzierende Unterstützung weg stellt sich mir persönlich die Frage wer übernimmt dann diese Angebote?

00:12:39: Müssen Angehörige einspringen!

00:12:41: müssen Betroffene die Leistungen künftig privat bezahlen oder verzichten sie zum Beispiel möglicherweise ganz auf notwendige Unterstützung.

00:12:52: Aus meiner Sicht besteht hier eine große Gefahr, dass eine Reform, die eigentlich die häusliche Pflege starken soll gerade bei leichter Pflegebedroftigkeit ja wichtige präventive Hilfe schwächt.

00:13:11: So hier liegen Wieder mal viel Dank fürs Zuhören.

00:13:15: Das war jetzt mit der neuen Podcast-Reihe von ganzheitlich Gesundheitssystems Brust, PLG, PMOG, für Pflegeleistungen neu verteilt werden.

00:13:31: Wer zahlt am Ende den Preis?

00:13:32: Ich danke euch dafür!

00:13:37: Es wird jetzt eine weitere Folge geben... Wo wir dann noch tiefer einsteigen, was verändert sich mit die Pflege gerade?

00:13:46: Was kommt jetzt dann mit der Verhinderungspflege?

00:13:49: Ja.

00:13:50: Was ändert sich generell für Pflegedienst der Angehörige?

00:13:54: welche psychische Belastung kann das eventuell mit sich bringen?

00:13:58: also vielen Dank ihr Lieben fürs Reinhören!

00:14:01: Vielen Dank fürs dabei sein.

00:14:04: lasst mir wenn er Lust hat ein Abo da und alles Gute noch diese Woche und schönes Wochenende vorbei.

00:14:13: Macht's gut.

00:14:14: Euer Floh!

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