Schlaflos durch die neuen Pflegebeschlüsse Teil 3.2

Shownotes

Schlaflos durch die neuen Pflegebeschlüsse – Wer zahlt am Ende den Preis?

Teil 3.2 – Wer verliert vermutlich?

Wer trägt am Ende die tatsächlichen Folgen der Veränderungen in der Pflege?

Nachdem wir uns in den bisherigen Folgen mit der Notwendigkeit einer Reform, den politischen Zielsetzungen und möglichen Gewinnern beschäftigt haben, richten wir den Blick diesmal auf die andere Seite:

Wer könnte zu den Verlierern der aktuellen Entwicklungen gehören?**

Aus meiner langjährigen Erfahrung in der ambulanten Pflege sehe ich insbesondere bei Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen** eine zunehmende Belastung. Professionelle Pflege wird teurer, Eigenanteile können steigen und Familien müssen immer häufiger entscheiden, welche Unterstützung sie noch finanzieren können – und welche Aufgaben sie selbst übernehmen müssen.

Doch die Auswirkungen reichen weiter.

Auch Pflegekräfte, ambulante Pflegedienste und kleinere Einrichtungen stehen zwischen steigenden Personal- und Betriebskosten, Fachkräftemangel, zunehmenden Anforderungen und der Frage, wie hochwertige Pflege langfristig wirtschaftlich erbracht werden kann.

Besonders kritisch wird es für Menschen mit geringem Einkommen oder einer kleinen Rente. Zwar bietet unser Sozialstaat mit Leistungen wie der Hilfe zur Pflege weiterhin ein wichtiges Auffangnetz. Trotzdem stellt sich eine grundsätzliche gesellschaftliche Frage:

Darf der Umfang professioneller Pflege und damit ein Teil der Lebensqualität davon abhängen, wie viel Geld ein Mensch zur Verfügung hat?

In dieser Folge verbinde ich meine persönliche Erfahrung als Pflegefachkraft, Pflegeberater und Geschäftsführer eines ambulanten Pflegedienstes mit einem systemischen Blick auf die aktuellen Entwicklungen.

Dabei geht es nicht darum, Angst zu verbreiten oder bereits heute Gewinner und Verlierer festzulegen. Viele Reformvorhaben befinden sich noch in der politischen Diskussion und können sich verändern.

Es geht vielmehr um eine Frage, die wir uns stellen sollten:

**Was bedeutet eigentlich sparen?**

Haben wir tatsächlich Kosten eingespart – oder verschieben wir sie lediglich?

Von den Pflegekassen zu den Pflegebedürftigen.
Von den Pflegebedürftigen zu ihren Angehörigen.
Von den Angehörigen zu den Leistungserbringern.
Oder letztlich zu Sozialämtern, Kommunen und damit wieder zur Gesellschaft?

Denn Kosten verschwinden nicht automatisch, nur weil sie an einer Stelle nicht mehr entstehen.

Und hinter jeder Zahl, jedem Pflegegrad und jeder politischen Entscheidung steht am Ende ein Mensch.

**Pflege betrifft uns alle. Deshalb sollten wir auch gemeinsam darüber sprechen, welchen Preis wir als Gesellschaft bereit sind, für eine würdevolle Pflege zu tragen.**

Ihr
Florian Zillert

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo ihr Lieben, hier ist mal wieder euer Flo mit dem Podcast ganzheitlich gesund systemisch bewusst.

00:00:10: Mit unserer Podcast-Reihe schlaflos durch die Pflegebeschlüsse.

00:00:15: wer zahlt am Ende den Preis und zwar heute mit der Weiterführung unseres Themas Wer verliert möglicherweise?

00:00:26: Wir waren das letzte Mal am Ende bei Sozialhilfe als wichtiger Auffang Faktor, ja und da ist es einfach so.

00:00:37: Ist es langfristig sinnvoll wenn Finanzierungslücken der Pflegeversicherung zunehmend an anderer Stelle des Sozialstaats aufgefangen werden müssen?

00:00:52: Ja denn dann haben wir möglicherweise keine Kosten eingespart.

00:00:57: Wir haben sie möglichst verteilt und verstorben.

00:01:03: Auch die pflegenden Angehörigen.

00:01:07: Wie sieht es denn eigentlich mit denen aus?

00:01:11: Damit kommen wir zu einer zweiten Gruppe, die ich für besonders gefährdet halte.

00:01:18: Millionen von Menschen werden heute Zuhause gepflegt mehr wie in stationären Einrichtungen oder in der Langzeitpflege zum Beispiel psychiatrieren Und sehr häufig übernehmen Ehepartner, Kinder oder andere Angehörige einen erheblich großen Teil der Versorgung.

00:01:44: Das muss man wirklich sagen und auch einen großen Respekt aussprechen den Menschen gegenüber.

00:01:51: Viele reduzieren dafür ihre Arbeitszeit.

00:01:55: Manche geben ihren Beruf sogar vollständig auf Und damit verlieren sie in Einkommen beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten und teilweise auch finanzielle Sicherheit im Alter.

00:02:10: Es gibt heute einen wichtigen sozialen Schutz, was ich auch sehr gut finde.

00:02:17: unter bestimmten Voraussetzungen zahlt nämlich die Pflegeversicherten Rentenbeiträge für pflegende Angehörige – das ist momentan so!

00:02:28: Das ist richtig, es ist sehr wichtig und ich hoffe mal dass das auch weiter so laufen wird egal welche Änderungen noch kommen.

00:02:44: Durch selbst diese Absicherung ersetzt nicht vollständig des Einkommen von den Menschen und die berufliche Entwicklung die durch lange Jahre reduzierte Erwerbstätigkeit verloren gehen könnte.

00:03:02: Wenn professionelle Pflege für Familien immer schwieriger zu finanzieren ist, besteht deshalb eine sehr große Gefahr.

00:03:13: Pflege wird zunehmend zurück in die Familie verlagert – das kann ich bestätigen!

00:03:19: Aufträge gehen zurück, die Familien nehmen immer mehr sowie ich es auch schon am Anfang gesagt habe in Teil drei, dass man immer mehr sieht, dass einfach auch pflegende Angehörige den Job machen aus finanziellen Gründen.

00:03:36: Und damit werden nicht nur Kosten verlagert, es werden auch Zeitverantwortung und psychische Belastungen verlagern.

00:03:49: Wie sieht's denn aus mit den Pflegekräften?

00:03:54: Sind Pflegekäfte eigentlich möglicherweise die Verlierer?

00:04:00: Ich glaube ja das klingt zunächst paradox Denn höhere Löhne sind Ausdruck, dass es eigentlich die Pflegekräfte gut geht.

00:04:14: Menschen, die diese enorme Verantwortung tragen müssen angemessen bezahlt werden – ich denke mal das sind wir uns alle einig und da stehe ich auch dafür als Arbeit geben!

00:04:27: Aber ein höheres Gehalt muss vom Unternehmen also von mir und auch viele andere auch erwirtschaftet worden können.

00:04:38: Eine Pflegekraft – und es wissen viele Reude nicht, die sich so mit Pflege großartig beschäftigen oder in diesem Beruf arbeiten – kostet einen ambulanten Pflegedienst erheblich mehr als das Bruttogehalt auf dem Lohnzettel.

00:04:57: Sie wissen auch oftmals noch nicht nur mal die Angestellten, die da ihren Lohnzetteln angucken.

00:05:04: Aber bei Geberanteile, Urlaubkrankheit, Fortbildungen, Ausfallzeiten, Sonderurlaubzuschläge und weitere Personalkosten müssen da berücksichtigt und gezahlt werden.

00:05:19: Gleichzeitig erleben wir aber auf der anderen Seite Pflegebedürftige die professionelle Leistung reduzieren – wie vorher auch schon erwähnt – weil sie ihre Eigenanteile nicht mehr tragen können, immer finanzieren können.

00:05:38: Und damit entsteht natürlich wieder ein wirtschaftliches Paradox.

00:05:45: Wir haben Pflegekraftmangel und gleichzeitig kann es für einzelne Einrichtungen schwieriger werden zusätzliche Fachkräfte wirtschaftlich zu beschäftigen.

00:05:57: Wenn die Einnahmen mit den Kosten nicht schritthalten steigt außerdem der Leistungsdruck.

00:06:05: Wenn die Einnahmen nicht mehr wirklich schild halten können, dann geht es plötzlich um ganz andere Dinge.

00:06:12: Wie viele Einsätze schafft eine Pflegekraft?

00:06:15: Wie viel Leute kann man eine Pflegekraft zumuten, dass sie sich amortisiert?

00:06:20: Wie viele Kilometer fährt sie?

00:06:22: Ja wieviel produktive Zeit entsteht?

00:06:28: ja und wie viel Zeit bleibt tatsächlich bei Menschen hängen der diesen Bedarf hat und auch braucht.

00:06:37: Das kann nicht das Ziel einer modernen Pflege sein, meine Lieben – und zwar ganz und gar nicht!

00:06:45: Und dass sie mir weit weg davon von der professionellen und einer guten Pflege wenn wir so weitermachen.

00:06:54: Ambulante Pflegedienste in kleinere Einrichtungen.

00:06:58: Jetzt kommen wir mal zu mir mit meiner Erfahrung worüber ich auch ganz offen reden kann den Leistungsabbringern, also mir.

00:07:07: Ambulante Pflegedienste stehen heute zwischen zwei Welten.

00:07:12: Wir stehen einfach zwischen zwei welten.

00:07:15: Auf der einen Seite erwarten die Politik, die Kostenträger und die Gesellschaft mehr Qualität Mehr Dokumentation Digitalisierung das alles anscheinend digital leichter und sicher vonstatten geht.

00:07:35: gut qualifizierte Mitarbeiter mit Fortbildungsverpflichtung, gute Löhne und möglichst flexible Arbeitszeiten am besten vier Tage Woche.

00:07:49: Auf der anderen Seite steigen unsere Kosten kontinuierlich wie bei andere Leute im privaten Sektor bei uns umso mehr.

00:08:00: Personal Kraftstoff Fahrzeug Strom Versicherung, EDV-Software die man dauerhaft anpassen muss.

00:08:09: Die digitale Kommunikation, die Hardware also PCs Medizinisch Verbrauchsmaterialien die wir vorhalten müssen Handschuhdesinfektionsmittel Spritzen Abwurfbehälter für Kanüler und viele weitere Betriebsgosten gehört auch der Steuerberater dazu Der Einberät.

00:08:38: Selbst verkehrspolitische Veränderungen können Auswirkungen haben, wenn Fahrzeiten in Städten länger werden, verbringen unsere Mitarbeiter natürlich immer mehr bezahlte Zeit auf der Straße als Non-Profit einsetzen.

00:08:55: Was sicherlich und das kann ich auch ganz ehrlich sagen damit zu tun hat was auf der einen Seite unsere Umwelt anscheinend schonen soll mit die Dreißger-Zonen in der Städte kostet, die Dienstleister und damit meine ich nicht nur mich wahrscheinlich auch diese Transportunternehmen immenses Geld.

00:09:18: Wo da nicht verdient wird zumindest bei uns kann ich das ehrlich sagen.

00:09:23: Diese Zeit ist notwendig natürlich um die Klienten anzufahren weil wir müssen ja von A nach B aber für den Motoren.

00:09:33: Aber sie ist keine direkte Pflegeleistung, an der wir verdienen.

00:09:39: Sondern wie gesagt non-profit Einsätze.

00:09:44: Für einen ambulanten Pflegedienst wird deshalb die entscheidende Frage sein – ja?

00:09:52: Wie viel nicht unmittelbar abrechenbare Zeit ein Unternehmen dauerhaft finanzieren kann...

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